In Zukunft bestimmt der Staat, was Gut und Böse ist, und die Menschen werden durch Medikamente gezwungen, dem zu folgen.: Unterschied zwischen den Versionen
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''Rudolf Steiner, GA 175, S. 240, Vortrag vom Berlin, 12. April 1917:'' | |||
„Ich bitte, sehen Sie mit mir für einige Augenblicke wie durch ein Fenster in die Entwickelungsmöglichkeiten, und vergessen Sie, indem ich Sie durch ein Fenster blicken lasse, für die Außenwelt, was ich gesagt habe, damit Sie nicht zu stark durch das Schildern einer Tatsache ausgelacht werden. Denn natürlich erhebt sich heute noch ein Hohngelächter der Hölle, wenn man so etwas ausspricht. Wenn die Gesinnung, die heute zum Beispiel herrscht auf dem Boden der reinen Universitäts-Naturwissenschaft, weiter so fortgeht, wenn sie sich ausbreiten würde, namentlich wenn sie intensiver und intensiver werden würde - wir leben im fünften nachatlantischen Zeitraum, und zwar erst im Anfang, es wird ein sechster, ein siebenter kommen - , da würden gewisse Dinge, wenn das Mysterium von Golgatha nicht eine vertiefte Auffassung erführe, ganz sonderbare Formen annehmen. Heute nun, wenn einer von einer neuen wissenschaftlichen Anschauung über den Sündenfall so redet, wie es hier geschehen ist, so reden würde außerhalb eines vorbereiteten Kreises, außerhalb eines Kreises, der sich durch Jahre angeeignet hat Vorstellungen, die ihm beweisen, daß die Sachen ganz wissenschaftlich bewiesen werden können, so würde er im Beginne dieses unseres fünften nachatlantischen Zeitraumes eben bloß für einen Narren gehalten werden, selbstverständlich; er würde ausgelacht werden, verhöhnt werden. Man würde ihm ganz sicher, wenn man nur merken würde, daß er solche Anschauungen hat, draußen in der materialistischen Welt kein sonderliches Vertrauen entgegenbringen, in der Welt, die außerhalb des Christentums steht. Aber im sechsten nachatlantischen Zeitraum würde es noch ganz anders werden, und es wird auch anders werden bei einem Teil der Menschheit; es wird harte Kämpfe geben, um den Christus-Impuls durchzuführen. | „Ich bitte, sehen Sie mit mir für einige Augenblicke wie durch ein Fenster in die Entwickelungsmöglichkeiten, und vergessen Sie, indem ich Sie durch ein Fenster blicken lasse, für die Außenwelt, was ich gesagt habe, damit Sie nicht zu stark durch das Schildern einer Tatsache ausgelacht werden. Denn natürlich erhebt sich heute noch ein Hohngelächter der Hölle, wenn man so etwas ausspricht. Wenn die Gesinnung, die heute zum Beispiel herrscht auf dem Boden der reinen Universitäts-Naturwissenschaft, weiter so fortgeht, wenn sie sich ausbreiten würde, namentlich wenn sie intensiver und intensiver werden würde - wir leben im fünften nachatlantischen Zeitraum, und zwar erst im Anfang, es wird ein sechster, ein siebenter kommen - , da würden gewisse Dinge, wenn das Mysterium von Golgatha nicht eine vertiefte Auffassung erführe, ganz sonderbare Formen annehmen. Heute nun, wenn einer von einer neuen wissenschaftlichen Anschauung über den Sündenfall so redet, wie es hier geschehen ist, so reden würde außerhalb eines vorbereiteten Kreises, außerhalb eines Kreises, der sich durch Jahre angeeignet hat Vorstellungen, die ihm beweisen, daß die Sachen ganz wissenschaftlich bewiesen werden können, so würde er im Beginne dieses unseres fünften nachatlantischen Zeitraumes eben bloß für einen Narren gehalten werden, selbstverständlich; er würde ausgelacht werden, verhöhnt werden. Man würde ihm ganz sicher, wenn man nur merken würde, daß er solche Anschauungen hat, draußen in der materialistischen Welt kein sonderliches Vertrauen entgegenbringen, in der Welt, die außerhalb des Christentums steht. Aber im sechsten nachatlantischen Zeitraum würde es noch ganz anders werden, und es wird auch anders werden bei einem Teil der Menschheit; es wird harte Kämpfe geben, um den Christus-Impuls durchzuführen. | ||
Heute denkt man, mit der Zuchtrute des Hohnes, mit der Zuchtrute der Verspottung oder, wie man es oftmals nennt, der Zuchtrute der Kritik, zu begegnen demjenigen, der versucht, aus den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen die Wahrheit zu sagen. Im sechsten Zeitraum wird man anfangen, diese Leute zu heilen - zu heilen! Das heißt, man wird bis dahin Arzneien erfunden haben, die man denen zwangsgemäß beibringen wird, welche davon reden, daß es eine Norm des Guten und des Bösen gibt, daß Gut und Böse etwas anderes ist als Menschensatzung. '''Es wird eine Zeit kommen, da wird man sagen: Wie redet ihr von Gut und Böse? Gut und Böse, das macht der Staat. Was in den Gesetzen steht, daß es gut ist, das ist gut; was in den Gesetzen steht, daß es unterlassen werden soll, das ist böse. Wenn ihr davon redet, daß es ein moralisches Gut und Böse gibt, so seid ihr krank! - Und man gibt ihnen Arzneien, und man wird die Leute kurieren.''' Das ist die Tendenz. Das ist keine Übertreibung, das ist nur das Fenster, durch das ich Sie blicken lassen möchte. Dahin geht der Lauf der Zeit. Und was im siebenten nachatlantischen Zeitraum folgen würde - durch dieses Fenster will ich Sie vorläufig nicht blicken lassen. Aber wahr ist es.“ | Heute denkt man, mit der Zuchtrute des Hohnes, mit der Zuchtrute der Verspottung oder, wie man es oftmals nennt, der Zuchtrute der Kritik, zu begegnen demjenigen, der versucht, aus den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen die Wahrheit zu sagen. Im sechsten Zeitraum wird man anfangen, diese Leute zu heilen - zu heilen! Das heißt, man wird bis dahin Arzneien erfunden haben, die man denen zwangsgemäß beibringen wird, welche davon reden, daß es eine Norm des Guten und des Bösen gibt, daß Gut und Böse etwas anderes ist als Menschensatzung. '''Es wird eine Zeit kommen, da wird man sagen: Wie redet ihr von Gut und Böse? Gut und Böse, das macht der Staat. Was in den Gesetzen steht, daß es gut ist, das ist gut; was in den Gesetzen steht, daß es unterlassen werden soll, das ist böse. Wenn ihr davon redet, daß es ein moralisches Gut und Böse gibt, so seid ihr krank! - Und man gibt ihnen Arzneien, und man wird die Leute kurieren.''' Das ist die Tendenz. Das ist keine Übertreibung, das ist nur das Fenster, durch das ich Sie blicken lassen möchte. Dahin geht der Lauf der Zeit. Und was im siebenten nachatlantischen Zeitraum folgen würde - durch dieses Fenster will ich Sie vorläufig nicht blicken lassen. Aber wahr ist es.“ | ||
Aktuelle Version vom 16. März 2026, 06:21 Uhr
Rudolf Steiner, GA 175, S. 240, Vortrag vom Berlin, 12. April 1917:
„Ich bitte, sehen Sie mit mir für einige Augenblicke wie durch ein Fenster in die Entwickelungsmöglichkeiten, und vergessen Sie, indem ich Sie durch ein Fenster blicken lasse, für die Außenwelt, was ich gesagt habe, damit Sie nicht zu stark durch das Schildern einer Tatsache ausgelacht werden. Denn natürlich erhebt sich heute noch ein Hohngelächter der Hölle, wenn man so etwas ausspricht. Wenn die Gesinnung, die heute zum Beispiel herrscht auf dem Boden der reinen Universitäts-Naturwissenschaft, weiter so fortgeht, wenn sie sich ausbreiten würde, namentlich wenn sie intensiver und intensiver werden würde - wir leben im fünften nachatlantischen Zeitraum, und zwar erst im Anfang, es wird ein sechster, ein siebenter kommen - , da würden gewisse Dinge, wenn das Mysterium von Golgatha nicht eine vertiefte Auffassung erführe, ganz sonderbare Formen annehmen. Heute nun, wenn einer von einer neuen wissenschaftlichen Anschauung über den Sündenfall so redet, wie es hier geschehen ist, so reden würde außerhalb eines vorbereiteten Kreises, außerhalb eines Kreises, der sich durch Jahre angeeignet hat Vorstellungen, die ihm beweisen, daß die Sachen ganz wissenschaftlich bewiesen werden können, so würde er im Beginne dieses unseres fünften nachatlantischen Zeitraumes eben bloß für einen Narren gehalten werden, selbstverständlich; er würde ausgelacht werden, verhöhnt werden. Man würde ihm ganz sicher, wenn man nur merken würde, daß er solche Anschauungen hat, draußen in der materialistischen Welt kein sonderliches Vertrauen entgegenbringen, in der Welt, die außerhalb des Christentums steht. Aber im sechsten nachatlantischen Zeitraum würde es noch ganz anders werden, und es wird auch anders werden bei einem Teil der Menschheit; es wird harte Kämpfe geben, um den Christus-Impuls durchzuführen.
Heute denkt man, mit der Zuchtrute des Hohnes, mit der Zuchtrute der Verspottung oder, wie man es oftmals nennt, der Zuchtrute der Kritik, zu begegnen demjenigen, der versucht, aus den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen die Wahrheit zu sagen. Im sechsten Zeitraum wird man anfangen, diese Leute zu heilen - zu heilen! Das heißt, man wird bis dahin Arzneien erfunden haben, die man denen zwangsgemäß beibringen wird, welche davon reden, daß es eine Norm des Guten und des Bösen gibt, daß Gut und Böse etwas anderes ist als Menschensatzung. Es wird eine Zeit kommen, da wird man sagen: Wie redet ihr von Gut und Böse? Gut und Böse, das macht der Staat. Was in den Gesetzen steht, daß es gut ist, das ist gut; was in den Gesetzen steht, daß es unterlassen werden soll, das ist böse. Wenn ihr davon redet, daß es ein moralisches Gut und Böse gibt, so seid ihr krank! - Und man gibt ihnen Arzneien, und man wird die Leute kurieren. Das ist die Tendenz. Das ist keine Übertreibung, das ist nur das Fenster, durch das ich Sie blicken lassen möchte. Dahin geht der Lauf der Zeit. Und was im siebenten nachatlantischen Zeitraum folgen würde - durch dieses Fenster will ich Sie vorläufig nicht blicken lassen. Aber wahr ist es.“
