Rudolf Steiner zu Irrtümern in der übersinnlichen Wahrnehmung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Geistesforschung
(Die Seite wurde neu angelegt: „''"Wer mit schlechten Leidenschaften, mit schlechten Gefühlen und Empfindungen, namentlich aber mit Eitelkeit und Ehrsucht an die geistige Welt herantritt, der wird das, was sich ihm dann bietet, nur verzerrt und unwahr schauen. Er wird die schlechtesten Partien des Geistigen schauen, und diese werden sich ihm noch so darstellen, daß sie ihm nicht Wahrheit künden, sondern Illusionen aufbinden. Seine moralische Verfassung entscheidet bei dem geistigen S…“)
 
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''"Wer mit schlechten Leidenschaften, mit schlechten Gefühlen und Empfindungen, namentlich aber mit Eitelkeit und Ehrsucht an die geistige Welt herantritt, der wird das, was sich ihm dann bietet, nur verzerrt und unwahr schauen. Er wird die schlechtesten Partien des Geistigen schauen, und diese werden sich ihm noch so darstellen, daß sie ihm nicht Wahrheit künden, sondern Illusionen aufbinden. Seine moralische Verfassung entscheidet bei dem geistigen Seher über das, was er in der geistigen Welt schauen kann.“ '''GA 62, Dornach 1960, S. 144'''''
Auf dieser Seite sind Zitate von Rudolf Steiner zu möglichen Irrtümern in der übersinnlichen Wahrnehmung zusammengetragen. Rudolf Steiner hat immer wieder betont, dass sauberes Arbeiten, moralische Reinheit und Differenzierung von Imagination, Inspiration und Intuition notwendig ist.  


''„Nehmen wir an, ein gewissenloser Mensch würde in die geistige Welt hinaufkommen. Dann würde das eintreten, daß er sofort der Auflösung, der Verdunstung seines Bewußtseins verfallen würde. Solche gewissenlose Geistesforscher gibt es durchaus. Solche, die sich mit einer gewissen Summe von Gewissenlosigkeit zur geistigen Welt erheben, haben sofort das Bedürfnis ... sich  ... geistigen Wesenheiten zu übergeben. ... Wenn ein solcher Mensch wieder in das Tagesbewußtsein zurückkehrt, nicht mehr (er) selber das verkündet, was er in der geistigen Welt erfahren hat, sondern das, was ein Wesen, von dem er sich besessen gemacht hat, durch ihn dann spricht.“GA 63, Dornach 1959, S. 203 f.''
=== Die moralische Verfassung entscheidet bei dem geistigen Seher über das, was er in der geistigen Welt schauen kann. ===
<blockquote>"Wer mit schlechten Leidenschaften, mit schlechten Gefühlen und Empfindungen, namentlich aber mit Eitelkeit und Ehrsucht an die geistige Welt herantritt, der wird das, was sich ihm dann bietet, nur verzerrt und unwahr schauen. Er wird die schlechtesten Partien des Geistigen schauen, und diese werden sich ihm noch so darstellen, daß sie ihm nicht Wahrheit künden, sondern Illusionen aufbinden. Seine moralische Verfassung entscheidet bei dem geistigen Seher über das, was er in der geistigen Welt schauen kann.“ (Rudolf Steiner, GA 62, Dornach 1960, S. 144)</blockquote>


''„Dasjenige, was als erstes vorangehen muß der wirklichen Geistesforschung, das ist absolute Bescheidenheit, gerade intellektuelle Bescheidenheit. Ohne daß diese Bescheidenheit entwickelt wird gegenüber der ganzen übrigen Menschheit, kann man nicht weiterkommen auf geistesforscherischem Gebiet. ... .“ '''GA 329, Dornach 1985, S. 308 f.'''''
=== Gewissenlose Menschen werden in der geistigen Welt von Wesen besessen, die dann durch den Menschen sprechen. ===
<blockquote>„Nehmen wir an, ein gewissenloser Mensch würde in die geistige Welt hinaufkommen. Dann würde das eintreten, daß er sofort der Auflösung, der Verdunstung seines Bewußtseins verfallen würde. Solche gewissenlose Geistesforscher gibt es durchaus. Solche, die sich mit einer gewissen Summe von Gewissenlosigkeit zur gei­stigen Welt erheben, haben sofort das Bedürfnis, da wir dort in eine Sphäre von Wesenheiten eintreten, sich anderen geistigen Wesenheiten zu übergeben. Menschen, die gewis­senlos bis dort hinaufgelangen, wo einem das Gewissen in seiner Realität einen festen Schwerpunkt gibt, solche Men­schen, die gleichsam dort ihr Bewußtsein «verdunsten» füh­len, ergeben sich einem anderen Wesen, machen sich von einem anderen Wesen besessen, um einen Halt zu haben. Das ist eine Erfahrung, die wirklich gemacht werden kann. Daher kommt es, daß in der Tat ein solcher Mensch, wenn er wieder in das Tagesbewußtsein zurückkehrt, nicht mehr selber das verkündet, was er in der geistigen Welt erfahren hat, sondern das, was ein Wesen, von dem er sich besessen gemacht hat, durch ihn dann spricht." (Rudolf Steiner, GA 63, Dornach 1959, S. 203 f.)</blockquote>„Dasjenige, was als erstes vorangehen muß der wirklichen Geistesforschung, das ist absolute Bescheidenheit, gerade intellektuelle Bescheidenheit. Ohne daß diese Bescheidenheit entwickelt wird gegenüber der ganzen übrigen Menschheit, kann man nicht weiterkommen auf geistesforscherischem Gebiet. ... .“ '''GA 329, Dornach 1985, S. 308 f.'''


''„ ... in diese übersinnlichen Regionen bringt ein jeder seine Vorurteile aus der sinnlichen Welt mit, und diese beeinträchtigen, färben seine Beobachtungen in einer Weise, gegen die unsere Täuschungen in der sinnlichen Welt ganz geringfügig zu nennen sind. Das geht so weit, daß man zum Beispiel im astralen Gebiet Dinge sieht, die gar nicht dort sind, und anderes nicht was dort          ist ... .“ '''GA 34, Dornach 1960, S. 429'''''
„ ... in diese übersinnlichen Regionen bringt ein jeder seine Vorurteile aus der sinnlichen Welt mit, und diese beeinträchtigen, färben seine Beobachtungen in einer Weise, gegen die unsere Täuschungen in der sinnlichen Welt ganz geringfügig zu nennen sind. Das geht so weit, daß man zum Beispiel im astralen Gebiet Dinge sieht, die gar nicht dort sind, und anderes nicht was dort          ist ... .“ '''GA 34, Dornach 1960, S. 429'''


''„Eigentlich kann einen nur die Sorgfalt der Schulung ... davor retten, Irrtümern zu verfallen. Man tut gut, das, was man zuerst sieht, bloß als die Hinausprojektion seines eigenen Innenlebens zu betrachten, dann hat man ein gutes Mittel gegenüber den Irrtümern auf diesem Wege. … Meistens steigen die Tatsachen aus unseren Wünschen, Eitelkeiten, aus unserem Ehrgeiz, kurz aus den Eigenschaften auf, die mit dem Egoismus des Menschen verknüpft sind. Diese Dinge projizieren sich hauptsächlich nach außen ... . ...  die Möglichkeit liegt nur in der langsamen okkulten Erziehung der Seele.“ '''GA 143, Dornach 1970, S. 82 f.'''''
„Eigentlich kann einen nur die Sorgfalt der Schulung ... davor retten, Irrtümern zu verfallen. Man tut gut, das, was man zuerst sieht, bloß als die Hinausprojektion seines eigenen Innenlebens zu betrachten, dann hat man ein gutes Mittel gegenüber den Irrtümern auf diesem Wege. … Meistens steigen die Tatsachen aus unseren Wünschen, Eitelkeiten, aus unserem Ehrgeiz, kurz aus den Eigenschaften auf, die mit dem Egoismus des Menschen verknüpft sind. Diese Dinge projizieren sich hauptsächlich nach außen ... . ...  die Möglichkeit liegt nur in der langsamen okkulten Erziehung der Seele.“ '''GA 143, Dornach 1970, S. 82 f.'''


''„Menschen, die sich nicht so innerlich stark machen, um die Kräfte, die sie abstreifen mit dem physischen Leib und Ätherleib, zu ersetzen durch wirklich hingebungsvolle Exerzitien der Seele, vor allen Dingen durch die Läuterung der Eigenschaft, die wir in der äußeren Welt als Unmoral bezeichnen, diese Menschen können zwar bis zu einem gewissen Grade Fähigkeiten erwerben, in die geistige Welt hineinzusehen. Aber was geschieht? Sie werden das, was man hypersensitiv nennen kann, sie werden überempfindlich. Sie werden, wie wenn sie von allen Seiten geistig gestochen würden, sie können nicht standhalten dem, was heranprallt von allen Seiten.“ '''GA 124, Dornach 1963, S. 25'''''
„Menschen, die sich nicht so innerlich stark machen, um die Kräfte, die sie abstreifen mit dem physischen Leib und Ätherleib, zu ersetzen durch wirklich hingebungsvolle Exerzitien der Seele, vor allen Dingen durch die Läuterung der Eigenschaft, die wir in der äußeren Welt als Unmoral bezeichnen, diese Menschen können zwar bis zu einem gewissen Grade Fähigkeiten erwerben, in die geistige Welt hineinzusehen. Aber was geschieht? Sie werden das, was man hypersensitiv nennen kann, sie werden überempfindlich. Sie werden, wie wenn sie von allen Seiten geistig gestochen würden, sie können nicht standhalten dem, was heranprallt von allen Seiten.“ '''GA 124, Dornach 1963, S. 25'''


''„In dem Augenblick, wo irgendwie der Leib sich beteiligt an der Gewinnung solcher Erkenntnisse, wird diese Erkenntnis verfälscht, sie wird sogar verfälscht, wenn sich die Erinnerung, die nur im Leib aufbewahrt wird, daran beteiligt. Daher ist es so notwendig, daß der Geistesforscher streng betont, die Gewinnung von Erkenntnissen des Geistigen wird außerhalb des Leibes vollzogen.“ '''GA 67, Dornach 1962, S. 223'''''
„In dem Augenblick, wo irgendwie der Leib sich beteiligt an der Gewinnung solcher Erkenntnisse, wird diese Erkenntnis verfälscht, sie wird sogar verfälscht, wenn sich die Erinnerung, die nur im Leib aufbewahrt wird, daran beteiligt. Daher ist es so notwendig, daß der Geistesforscher streng betont, die Gewinnung von Erkenntnissen des Geistigen wird außerhalb des Leibes vollzogen.“ '''GA 67, Dornach 1962, S. 223'''


''"Wenn dieses Hineinleben in die geistige Welt von selbst kommt, wenn es auftritt, ohne daß der Mensch etwas dazu tut, kommt der Mensch nicht in die wirkliche geistige Welt hinein, sondern nur in den Wahn irgendwelcher Vorstellungen, die nicht geistig sind, weil der Mensch sich dabei nicht aktiv, sondern passiv verhält. Er kommt zu einem Leben, das schon wiederum abhängig ist vom Leib, von irgendwelchen organischen Vorgängen im Leib, und dann ist es pathologisch, oder abhängig von bloß seelischen Vorgängen, und dann ist es eine Einbildung, eine Autosuggestion oder dergleichen. Gerade darauf beruht das wirkliche Hineindringen in den Geist, daß man gewahr wird, wie das nur erreicht werden kann durch Aktivität, durch Betätigung des eigenen innersten menschlichen Willens. Dieser ist es allein, der uns in die wirkliche geistige Welt hineinträgt."'''GA 67, Dornach 1962, S. 63'''''
"Wenn dieses Hineinleben in die geistige Welt von selbst kommt, wenn es auftritt, ohne daß der Mensch etwas dazu tut, kommt der Mensch nicht in die wirkliche geistige Welt hinein, sondern nur in den Wahn irgendwelcher Vorstellungen, die nicht geistig sind, weil der Mensch sich dabei nicht aktiv, sondern passiv verhält. Er kommt zu einem Leben, das schon wiederum abhängig ist vom Leib, von irgendwelchen organischen Vorgängen im Leib, und dann ist es pathologisch, oder abhängig von bloß seelischen Vorgängen, und dann ist es eine Einbildung, eine Autosuggestion oder dergleichen. Gerade darauf beruht das wirkliche Hineindringen in den Geist, daß man gewahr wird, wie das nur erreicht werden kann durch Aktivität, durch Betätigung des eigenen innersten menschlichen Willens. Dieser ist es allein, der uns in die wirkliche geistige Welt hineinträgt."'''GA 67, Dornach 1962, S. 63'''


''„Wenn man sich nun klar ist, daß es die Besonnenheit auf das eigene Selbst, auf das Ich ist, was die Sinneswahrnehmungen heraufhebt über die bloßen visionären und halluzinatorischen, traumhaften Erlebnisse, dann wird man auch verstehen, warum es von dem Geistesforscher als eine Notwendigkeit hingestellt wird, daß behufs der Erkenntnisimaginationen solche Übungen gemacht werden, die zunächst die innere Intensität des Ich-Gefühls nicht herabstimmen, sondern sie sogar erhöhen, steigern. Das Ich-Gefühl muß gesteigert werden, die Besonnenheit auf sich selbst muß kraftvoller werden. Damit wird bei Menschen, welche nicht zugleich die (anthroposophischen Schulungs-) Vorkehrungen treffen, um ein solches verstärktes Ich-Gefühl ohne moralische, ohne psychische Einbuße zu ertragen, schon etwas von seelischem – nicht pathologischem – Größenwahn erzeugt. Das ist überhaupt etwas, was man zunächst bei «Übern» zu übersinnlichen Erkenntnissen leicht bemerken kann, weil sie hinüberhuschen möchten über die nötigen Vorkehrungsmaßregeln, daß sie nicht bescheidener werden, sondern wirklich in eine Art Größenwahn verfallen. Ein solcher Größenwahn wütet vielfach unter denen, die sich nun aus diesen oder jenen Untergründen heraus zur Anthroposophie bekennen.“ '''GA 78, Dornach 1986, S. 90 f.'''''
„Wenn man sich nun klar ist, daß es die Besonnenheit auf das eigene Selbst, auf das Ich ist, was die Sinneswahrnehmungen heraufhebt über die bloßen visionären und halluzinatorischen, traumhaften Erlebnisse, dann wird man auch verstehen, warum es von dem Geistesforscher als eine Notwendigkeit hingestellt wird, daß behufs der Erkenntnisimaginationen solche Übungen gemacht werden, die zunächst die innere Intensität des Ich-Gefühls nicht herabstimmen, sondern sie sogar erhöhen, steigern. Das Ich-Gefühl muß gesteigert werden, die Besonnenheit auf sich selbst muß kraftvoller werden. Damit wird bei Menschen, welche nicht zugleich die (anthroposophischen Schulungs-) Vorkehrungen treffen, um ein solches verstärktes Ich-Gefühl ohne moralische, ohne psychische Einbuße zu ertragen, schon etwas von seelischem – nicht pathologischem – Größenwahn erzeugt. Das ist überhaupt etwas, was man zunächst bei «Übern» zu übersinnlichen Erkenntnissen leicht bemerken kann, weil sie hinüberhuschen möchten über die nötigen Vorkehrungsmaßregeln, daß sie nicht bescheidener werden, sondern wirklich in eine Art Größenwahn verfallen. Ein solcher Größenwahn wütet vielfach unter denen, die sich nun aus diesen oder jenen Untergründen heraus zur Anthroposophie bekennen.“ '''GA 78, Dornach 1986, S. 90 f.'''


''„Das «Reif-Empfinden» der Erkenntnisse ist etwas Wesentliches im Erforschen der geistigen Welt. ... Das Bewußtsein ist (heute – D. K.) noch nicht weit genug, den geistigen Inhalt der Anschauung zu erfassen. Die Seele in ihren geistigen Tiefen muß mit diesem Inhalt in der geistigen Welt ungestört durch das Bewußtsein zusammensein. In der äußeren Naturwissenschaft behauptet man eine Erkenntnis nicht früher, als bis man alle nötigen Experimente und Sinnesbeobachtungen abgeschlossen hat, und bis die in Betracht kommenden Rechnungen einwandfrei sind. – In der Geisteswissenschaft ist keineswegs weniger methodische Gewissenhaftigkeit und Erkenntnis-Disziplin notwendig. Man geht nur etwas andere Wege. Man muß das Bewußtsein in seinem Verhältnis zu der erkennenden Wahrheit prüfen. Man muß in Geduld, Ausdauer und innerer Gewissenhaftigkeit «warten» können, bis das Bewußtsein diese Prüfung besteht.“ '''GA 28, Dornach 1962, S. 457 ff'''.''
„Das «Reif-Empfinden» der Erkenntnisse ist etwas Wesentliches im Erforschen der geistigen Welt. ... Das Bewußtsein ist (heute – D. K.) noch nicht weit genug, den geistigen Inhalt der Anschauung zu erfassen. Die Seele in ihren geistigen Tiefen muß mit diesem Inhalt in der geistigen Welt ungestört durch das Bewußtsein zusammensein. In der äußeren Naturwissenschaft behauptet man eine Erkenntnis nicht früher, als bis man alle nötigen Experimente und Sinnesbeobachtungen abgeschlossen hat, und bis die in Betracht kommenden Rechnungen einwandfrei sind. – In der Geisteswissenschaft ist keineswegs weniger methodische Gewissenhaftigkeit und Erkenntnis-Disziplin notwendig. Man geht nur etwas andere Wege. Man muß das Bewußtsein in seinem Verhältnis zu der erkennenden Wahrheit prüfen. Man muß in Geduld, Ausdauer und innerer Gewissenhaftigkeit «warten» können, bis das Bewußtsein diese Prüfung besteht.“ '''GA 28, Dornach 1962, S. 457 ff'''.


„''Denn es hat sich uns ergeben, daß wir deshalb von so verschiedenen Seiten her einen einzigen Gegenstand anfassen, weil der Mensch in seinem Erkenntnisstreben von vornherein dasjenige bergen soll, was man die wahre Erkenntnisbescheidenheit nennt. Wir wollen uns einmal über diese Erkenntnisbescheidenheit ein wenig genauer aussprechen. … Eine ungefähre Vorstellung kann man sich von einem Gegenstand machen, wenn man ihn von verschiedenen Seiten her abbildet,  … Wenn jemand nun sagen wollte, daß es in der geistigen Welt doch möglich sein müßte, sozusagen mit einem einzigen Anblick, mit einer einzigen Ansicht einen Gegenstand zu umfassen, so würde er sich sehr irren. … Denn das ist eine Erfahrung gerade des ernsten Wahrheitssuchers: Je weiter er schreitet, desto bescheidener wird er - und auch um so vorsichtiger, die auf höheren Standpunkten gewonnenen Wahrheiten gleich in die Sprache des gewöhnlichen Lebens herein zu übersetzen. … Was erschaut wird auf geistigen Höhen, so verständlich zu machen, daß der gesunde Wahrheitssinn und auch die gesunde Logik ja dazu sagen können und es einsehen können, das bietet große Schwierigkeiten. Für eine Wahrheit reif sein, um sie von sich selbst aus zu behaupten, dazu gehört eine ganz bestimmte Vorbereitung, die darinnen bestehen muß, ganz uninteressiert für die betreffende Wahrheit zu sein. … Da hüte er sich davor, in dem Buche seines persönlichen Lebens nachzuforschen; … Alles, was sich nicht auf die eigene Person bezieht, und nur das, von dem man sicher sein kann, daß es sich nicht auf die eigene Person bezieht, ist so in den geistigen Welten zu erforschen, daß in den Ergebnissen objektive Gültigkeit liegt. Es geht gar nicht, objektiv Gültiges auszusprechen, wo man persönlich interessiert ist. … Und es herrscht diese Vorsicht dann eigentlich vollauf, wenn man solchen eigenen Erlebnissen keinen anderen Wert beimißt als einen Erkenntniswert, als einen Aufklärungswert, wenn man sich nicht in seinem persönlichen Leben nach ihnen richtet, sondern sich von ihnen nur aufklären läßt. Wenn man schon mit diesem Gefühl herangeht: Du willst nur aufgeklärt sein! – dann ist es gut … . '''GA 124, 24. 10. 1910'''''
„Denn es hat sich uns ergeben, daß wir deshalb von so verschiedenen Seiten her einen einzigen Gegenstand anfassen, weil der Mensch in seinem Erkenntnisstreben von vornherein dasjenige bergen soll, was man die wahre Erkenntnisbescheidenheit nennt. Wir wollen uns einmal über diese Erkenntnisbescheidenheit ein wenig genauer aussprechen. … Eine ungefähre Vorstellung kann man sich von einem Gegenstand machen, wenn man ihn von verschiedenen Seiten her abbildet,  … Wenn jemand nun sagen wollte, daß es in der geistigen Welt doch möglich sein müßte, sozusagen mit einem einzigen Anblick, mit einer einzigen Ansicht einen Gegenstand zu umfassen, so würde er sich sehr irren. … Denn das ist eine Erfahrung gerade des ernsten Wahrheitssuchers: Je weiter er schreitet, desto bescheidener wird er - und auch um so vorsichtiger, die auf höheren Standpunkten gewonnenen Wahrheiten gleich in die Sprache des gewöhnlichen Lebens herein zu übersetzen. … Was erschaut wird auf geistigen Höhen, so verständlich zu machen, daß der gesunde Wahrheitssinn und auch die gesunde Logik ja dazu sagen können und es einsehen können, das bietet große Schwierigkeiten. Für eine Wahrheit reif sein, um sie von sich selbst aus zu behaupten, dazu gehört eine ganz bestimmte Vorbereitung, die darinnen bestehen muß, ganz uninteressiert für die betreffende Wahrheit zu sein. … Da hüte er sich davor, in dem Buche seines persönlichen Lebens nachzuforschen; … Alles, was sich nicht auf die eigene Person bezieht, und nur das, von dem man sicher sein kann, daß es sich nicht auf die eigene Person bezieht, ist so in den geistigen Welten zu erforschen, daß in den Ergebnissen objektive Gültigkeit liegt. Es geht gar nicht, objektiv Gültiges auszusprechen, wo man persönlich interessiert ist. … Und es herrscht diese Vorsicht dann eigentlich vollauf, wenn man solchen eigenen Erlebnissen keinen anderen Wert beimißt als einen Erkenntniswert, als einen Aufklärungswert, wenn man sich nicht in seinem persönlichen Leben nach ihnen richtet, sondern sich von ihnen nur aufklären läßt. Wenn man schon mit diesem Gefühl herangeht: Du willst nur aufgeklärt sein! – dann ist es gut … . '''GA 124, 24. 10. 1910'''


Zur Erkenntnisbescheidenheit gerne noch eine Perspektive mit dieser Aussage: ''"So bald man in die geistige Welt eintritt, sich in ihr erfühlt und erlebt, schaut man eigentlich nicht die Wesen an, sie schauen einen an, und man nimmt sie so wahr, daß man ihre geistigen Sinne und ihre geisti gen Kräfte auf der eigenen Seele wie ruhend fühlt, wie in die eigene Seele hineinleuchtend und hineintönend fühlt. Und man müßte eigent lich der geistigen Welt gegenüber sagen: Nicht ich schaue an, nicht ich nehme wahr, sondern ich weiß, daß ich angeschaut werde, ich weiß, daß ich wahrgenommen werde. - Fühlen Sie diese ganze Ver änderung, die im inneren Erleben vorgeht, wenn, statt daß das Wort einen Sinn hat wie in der physischen Welt: Ich nehme eine Sache wahr, - das andere Wort einen Sinn bekommt: Ich selbst, versetzt in die geistige Welt, werde von allen Seiten wahrgenommen; das ist jetzt mein Leben. Das Ich weiß von diesem Wahrgenommen-werden, von diesem Hingenommen-werden von den Erlebnissen, welche die an deren Wesen mit mir haben. - Wenn diese Veränderung eintritt, dann verspüren Sie, was das für die menschliche Seele bedeutet in dem ganzen Verhältnis zur Umwelt."'' GA 261, S. 38 (So erlebe ich auch den häufig gebrauchten Satz „wir laden Verstorbene/Geistige Wesen ein“ mißstimmig, Wirklichkeitsgemäß müssten wir sagen: „Jetzt lassen wir uns nun wieder einmal auf die Einladung der Verstorbenen/Geistigen Wesen ein.“)
Zur Erkenntnisbescheidenheit gerne noch eine Perspektive mit dieser Aussage: "So bald man in die geistige Welt eintritt, sich in ihr erfühlt und erlebt, schaut man eigentlich nicht die Wesen an, sie schauen einen an, und man nimmt sie so wahr, daß man ihre geistigen Sinne und ihre geisti gen Kräfte auf der eigenen Seele wie ruhend fühlt, wie in die eigene Seele hineinleuchtend und hineintönend fühlt. Und man müßte eigent lich der geistigen Welt gegenüber sagen: Nicht ich schaue an, nicht ich nehme wahr, sondern ich weiß, daß ich angeschaut werde, ich weiß, daß ich wahrgenommen werde. - Fühlen Sie diese ganze Ver änderung, die im inneren Erleben vorgeht, wenn, statt daß das Wort einen Sinn hat wie in der physischen Welt: Ich nehme eine Sache wahr, - das andere Wort einen Sinn bekommt: Ich selbst, versetzt in die geistige Welt, werde von allen Seiten wahrgenommen; das ist jetzt mein Leben. Das Ich weiß von diesem Wahrgenommen-werden, von diesem Hingenommen-werden von den Erlebnissen, welche die an deren Wesen mit mir haben. - Wenn diese Veränderung eintritt, dann verspüren Sie, was das für die menschliche Seele bedeutet in dem ganzen Verhältnis zur Umwelt." GA 261, S. 38 (So erlebe ich auch den häufig gebrauchten Satz „wir laden Verstorbene/Geistige Wesen ein“ mißstimmig, Wirklichkeitsgemäß müssten wir sagen: „Jetzt lassen wir uns nun wieder einmal auf die Einladung der Verstorbenen/Geistigen Wesen ein.“)


''"Wenn ein Mensch wirklich ernsthaft diesen okkulten Pfad geht, so gelangt er dazu, daß sich die ganze physische Welt, die um ihn herum ist, verdunkelt. An Stelle dieser physischen Welt tritt eine Welt auf- und abwogender Bilder auf, auf- und abwogender Eindrücke tonartiger, geruchsartiger, geschmacksartiger, lichtartiger Natur. Das dringt und wirbelt in unseren okkulten Gesichtskreis herein, und wir machen die Erfahrungen, die wir nennen können die Erfahrungen der imaginativen Visionen, die uns von allen Seiten dann umgeben, die unsere Welt sind, in der wir mit unserer Seele leben und weben. ... Und hier stehen wir an dem Punkte, wo die Gefahr beginnt. Unermeßlich ist das Reich des visionären Lebens, solange wir uns nicht von der Imagination, die uns eine visionäre Welt vorzaubert, erheben zu der Inspiration. Diese erst sagt uns: Nach diesem einen Bilde mußt du dich hinwenden, dahin mußt du deinen okkulten Blick richten, dann wirst du eine Wahrheit erleben, und unzählige andere Bilder, die rings um dieses herum sind, müssen verschwinden in ein wesenloses Nichts. ... Wir erfahren dann, daß, wenn die Menschen zu dem Standpunkte der Inspiration sich erheben, bei allen die Aussagen gleich sind. Da gibt es keine Verschiedenheiten mehr, nichts, was für den einen sich anders darstellt als für den anderen. Da sind die Erfahrungen bei allen, die die gleiche Entwickelungsstufe erreicht haben, tatsächlich gleich." '''GA 155, 24.05.1912 Kopenhagen'''''
"Wenn ein Mensch wirklich ernsthaft diesen okkulten Pfad geht, so gelangt er dazu, daß sich die ganze physische Welt, die um ihn herum ist, verdunkelt. An Stelle dieser physischen Welt tritt eine Welt auf- und abwogender Bilder auf, auf- und abwogender Eindrücke tonartiger, geruchsartiger, geschmacksartiger, lichtartiger Natur. Das dringt und wirbelt in unseren okkulten Gesichtskreis herein, und wir machen die Erfahrungen, die wir nennen können die Erfahrungen der imaginativen Visionen, die uns von allen Seiten dann umgeben, die unsere Welt sind, in der wir mit unserer Seele leben und weben. ... Und hier stehen wir an dem Punkte, wo die Gefahr beginnt. Unermeßlich ist das Reich des visionären Lebens, solange wir uns nicht von der Imagination, die uns eine visionäre Welt vorzaubert, erheben zu der Inspiration. Diese erst sagt uns: Nach diesem einen Bilde mußt du dich hinwenden, dahin mußt du deinen okkulten Blick richten, dann wirst du eine Wahrheit erleben, und unzählige andere Bilder, die rings um dieses herum sind, müssen verschwinden in ein wesenloses Nichts. ... Wir erfahren dann, daß, wenn die Menschen zu dem Standpunkte der Inspiration sich erheben, bei allen die Aussagen gleich sind. Da gibt es keine Verschiedenheiten mehr, nichts, was für den einen sich anders darstellt als für den anderen. Da sind die Erfahrungen bei allen, die die gleiche Entwickelungsstufe erreicht haben, tatsächlich gleich." '''GA 155, 24.05.1912 Kopenhagen'''


''"Wenn man einen übersinnlichen Vorgang beobachten will und mit einem unrichtigen Urteile an ihn herantritt, so trägt man dieses unrichtige Urteil in ihn hinein; und es wird dieses mit der Tatsache so verwoben, daß es von ihr nicht sogleich zu unterscheiden ist Der Irrtum ist dann nicht in dem Menschen und die richtige Tatsache außer demselben, sondern der Irrtum ist selbst zum Bestandteil der äußeren Tatsache gemacht. Er kann deshalb auch nicht einfach durch eine unbefangene Beobachtung der Tatsache berichtigt werden. Es ist damit auf dasjenige hingewiesen, was eine überreich fließende Quelle von Täuschung und Phantastik für denjenigen sein kann, welcher ohne die richtige Vorbereitung an die übersinnliche Welt herantritt. ... Er kann ausschalten, was von ihm selbst kommt, wenn er erst das Bild des eigenen Doppelgängers erkannt hat; und er wird ausschalten können, was in der angegebenen Richtung eine zweite Täuschungsquelle ist, wenn er sich die Fähigkeit erwirbt, an der Beschaffenheit einer Tatsache der übersinnlichen Welt zu erkennen, ob sie Wirklichkeit oder Täuschung ist. Wenn die Täuschungen genau so aussehen würden wie die Wirklichkeiten, dann wäre eine Unterscheidung nicht möglich. So ist es aber nicht. Täuschungen der übersinnlichen Welten haben an sich seihst Eigenschaften, durch welche sie sich von den Wirklichkeiten unterscheiden. Und es kommt darauf an, daß der Geistesschüler weiß, an welchen Eigenschaften er die Wirklichkeiten erkennen kann. ... Die Schulung macht ihn so vorsichtig wie möglich. Dazu kommt, daß jede wahre Schulung zunächst zu Begriffen über die großen Weltereignisse, also zu Dingen fuhrt, welche ein Anspannen der Urteilskraft notwendig machen, wodurch diese aber zugleich verfeinert und geschärft wird. ... Das Wichtigste liegt in den Übungen selbst, welche bei einer regelrechten Geistesschulung verwendet werden. Diese müssen nämlich so eingerichtet sein, daß das Bewußtsein des Geistesschülers während der inneren Versenkung genau alles überschaut, was in der Seele vorgeht. ...                                                                                                                    Zuerst wird für die Herbeiführung der Imagination ein Sinnbild geformt In diesem sind noch Vorstellungen von äußeren Wahrnehmungen. ... Aber der Geistesschüler entfernt diesen Inhalt aus seinem Bewußtsein, wenn er zu den Übungen für die Inspiration aufsteigt Da versenkt er sich nur noch in seine eigene Seelentätigkeit, welche das Sinnbild gestaltet hat. Auch da ist noch Irrtum möglich. ... Er kann nicht alles über ihren Ursprung wissen. Nun aber entfernt der Geistesschüler auch noch diese eigene Seelentätigkeit aus dem Bewußtsein. Wenn nun etwas bleibt, so haftet an diesem nichts, was nicht zu überschauen ist. In dieses kann sich nichts einmischen, was nicht in Bezug auf seinen ganzen Inhalt zu beurteilen ist. In seiner Intuition hat also der Geistesschüler etwas, was ihm zeigt, wie eine ganz klare Wirklichkeit der geistig-seelischen Welt beschaffen ist. Wenn er nun die also erkannten Kennzeichen der geistig-seelischen Wirklichkeit auf alles anwendet, was an seine Beobachtung herantritt, dann kann er Schein von Wirklichkeit unterscheiden. Und er kann sicher sein, daß er bei Anwendung dieses Gesetzes vor der Täuschung in der übersinnlichen Welt ebenso bewahrt bleiben wird, wie es ihm in der physisch-sinnlichen Welt nicht geschehen kann, ein vorgestelltes heißes Eisenstück für ein solches zu halten, das wirklich brennt.“'' '''GA 13, Kapitel: Die Erkenntnis der höheren Welten'''
"Wenn man einen übersinnlichen Vorgang beobachten will und mit einem unrichtigen Urteile an ihn herantritt, so trägt man dieses unrichtige Urteil in ihn hinein; und es wird dieses mit der Tatsache so verwoben, daß es von ihr nicht sogleich zu unterscheiden ist Der Irrtum ist dann nicht in dem Menschen und die richtige Tatsache außer demselben, sondern der Irrtum ist selbst zum Bestandteil der äußeren Tatsache gemacht. Er kann deshalb auch nicht einfach durch eine unbefangene Beobachtung der Tatsache berichtigt werden. Es ist damit auf dasjenige hingewiesen, was eine überreich fließende Quelle von Täuschung und Phantastik für denjenigen sein kann, welcher ohne die richtige Vorbereitung an die übersinnliche Welt herantritt. ... Er kann ausschalten, was von ihm selbst kommt, wenn er erst das Bild des eigenen Doppelgängers erkannt hat; und er wird ausschalten können, was in der angegebenen Richtung eine zweite Täuschungsquelle ist, wenn er sich die Fähigkeit erwirbt, an der Beschaffenheit einer Tatsache der übersinnlichen Welt zu erkennen, ob sie Wirklichkeit oder Täuschung ist. Wenn die Täuschungen genau so aussehen würden wie die Wirklichkeiten, dann wäre eine Unterscheidung nicht möglich. So ist es aber nicht. Täuschungen der übersinnlichen Welten haben an sich seihst Eigenschaften, durch welche sie sich von den Wirklichkeiten unterscheiden. Und es kommt darauf an, daß der Geistesschüler weiß, an welchen Eigenschaften er die Wirklichkeiten erkennen kann. ... Die Schulung macht ihn so vorsichtig wie möglich. Dazu kommt, daß jede wahre Schulung zunächst zu Begriffen über die großen Weltereignisse, also zu Dingen fuhrt, welche ein Anspannen der Urteilskraft notwendig machen, wodurch diese aber zugleich verfeinert und geschärft wird. ... Das Wichtigste liegt in den Übungen selbst, welche bei einer regelrechten Geistesschulung verwendet werden. Diese müssen nämlich so eingerichtet sein, daß das Bewußtsein des Geistesschülers während der inneren Versenkung genau alles überschaut, was in der Seele vorgeht. ...                                                                                                                    Zuerst wird für die Herbeiführung der Imagination ein Sinnbild geformt In diesem sind noch Vorstellungen von äußeren Wahrnehmungen. ... Aber der Geistesschüler entfernt diesen Inhalt aus seinem Bewußtsein, wenn er zu den Übungen für die Inspiration aufsteigt Da versenkt er sich nur noch in seine eigene Seelentätigkeit, welche das Sinnbild gestaltet hat. Auch da ist noch Irrtum möglich. ... Er kann nicht alles über ihren Ursprung wissen. Nun aber entfernt der Geistesschüler auch noch diese eigene Seelentätigkeit aus dem Bewußtsein. Wenn nun etwas bleibt, so haftet an diesem nichts, was nicht zu überschauen ist. In dieses kann sich nichts einmischen, was nicht in Bezug auf seinen ganzen Inhalt zu beurteilen ist. In seiner Intuition hat also der Geistesschüler etwas, was ihm zeigt, wie eine ganz klare Wirklichkeit der geistig-seelischen Welt beschaffen ist. Wenn er nun die also erkannten Kennzeichen der geistig-seelischen Wirklichkeit auf alles anwendet, was an seine Beobachtung herantritt, dann kann er Schein von Wirklichkeit unterscheiden. Und er kann sicher sein, daß er bei Anwendung dieses Gesetzes vor der Täuschung in der übersinnlichen Welt ebenso bewahrt bleiben wird, wie es ihm in der physisch-sinnlichen Welt nicht geschehen kann, ein vorgestelltes heißes Eisenstück für ein solches zu halten, das wirklich brennt.“ '''GA 13, Kapitel: Die Erkenntnis der höheren Welten'''


Dabei ist auch zu bedenken: ''„Man kann das übersinnliche Beobachtungsorgan des elementarischen Leibes so ausgebildet haben, daß man diese oder jene Tatsache erleben kann; soll eine andere geschaut werden, so muß das Organ für diese erst wieder besonders ausgebildet werden.“ '''GA 16, Kapitel: FÜNFTE MEDITATION, Der Meditierende versucht eine Vorstellung des «astraliscben Leibes» zu bilden'''''
Dabei ist auch zu bedenken: „Man kann das übersinnliche Beobachtungsorgan des elementarischen Leibes so ausgebildet haben, daß man diese oder jene Tatsache erleben kann; soll eine andere geschaut werden, so muß das Organ für diese erst wieder besonders ausgebildet werden.“ '''GA 16, Kapitel: FÜNFTE MEDITATION, Der Meditierende versucht eine Vorstellung des «astraliscben Leibes» zu bilden'''


Grundlegend ist zuletzt erfahrungsgemäß für alle Genauigkeit ja immer auch die - Rudolf Steiner zufolge - unabdingbare Notwendigkeit auf sauberen Forscungen von anderen aufzubauen, insbesondere sicher gerade auch die von Rudolf Steiner selbst: ''„... es gibt in der geistigen Welt ein ganz bestimmtes Gesetz, dessen ganze Bedeutung wir uns durch ein Beispiel klarmachen wollen. Nehmen Sie einmal an, in irgendeinem Jahr hätte ein beliebiger, regelrecht geschulter Hellseher dies oder jenes in der geistigen Welt wahrgenommen. Nun stellen Sie sich vor, dass zehn oder zwanzig Jahre später ein anderer ebenso geschulter Hellseher dieselbe Sache wahrnehmen würde, auch dann, wenn er von den Resultaten des ersten Hellsehers gar nichts erfahren hätte. Wenn Sie das glauben würden, wären Sie in einem großen Irrtum, denn in Wahrheit kann eine Tatsache der geistigen Welt, die einmal von einem Hellseher oder einer okkulten Schule gefunden worden ist, nicht zum zweiten Mal erforscht werden, wenn der, welcher sie erforschen will, nicht zuerst die Mitteilung erhalten hat, dass sie bereits erforscht ist. Wenn also ein Hellseher im Jahre 1900 eine Tatsache erforscht hat, und ein anderer im Jahre 1950 so weit ist, um dieselbe wahrnehmen zu können, so kann er das erst, wenn er zuvor gelernt und erfahren hat, dass einer sie schon gefunden und erforscht hat. Es können also selbst schon bekannte Tatsachen in der geistigen Welt nur geschaut werden, wenn man sich entschließt, sie auf gewöhnlichem Weg mitgeteilt zu erhalten und sie kennenzulernen . Das ist das Gesetz, das in der geistigen Welt für alle Zeiten hindurch die universelle Brüderlichkeit begründet.“'' '''GA 264/1984/S.343 ff.'''
Grundlegend ist zuletzt erfahrungsgemäß für alle Genauigkeit ja immer auch die - Rudolf Steiner zufolge - unabdingbare Notwendigkeit auf sauberen Forscungen von anderen aufzubauen, insbesondere sicher gerade auch die von Rudolf Steiner selbst: „... es gibt in der geistigen Welt ein ganz bestimmtes Gesetz, dessen ganze Bedeutung wir uns durch ein Beispiel klarmachen wollen. Nehmen Sie einmal an, in irgendeinem Jahr hätte ein beliebiger, regelrecht geschulter Hellseher dies oder jenes in der geistigen Welt wahrgenommen. Nun stellen Sie sich vor, dass zehn oder zwanzig Jahre später ein anderer ebenso geschulter Hellseher dieselbe Sache wahrnehmen würde, auch dann, wenn er von den Resultaten des ersten Hellsehers gar nichts erfahren hätte. Wenn Sie das glauben würden, wären Sie in einem großen Irrtum, denn in Wahrheit kann eine Tatsache der geistigen Welt, die einmal von einem Hellseher oder einer okkulten Schule gefunden worden ist, nicht zum zweiten Mal erforscht werden, wenn der, welcher sie erforschen will, nicht zuerst die Mitteilung erhalten hat, dass sie bereits erforscht ist. Wenn also ein Hellseher im Jahre 1900 eine Tatsache erforscht hat, und ein anderer im Jahre 1950 so weit ist, um dieselbe wahrnehmen zu können, so kann er das erst, wenn er zuvor gelernt und erfahren hat, dass einer sie schon gefunden und erforscht hat. Es können also selbst schon bekannte Tatsachen in der geistigen Welt nur geschaut werden, wenn man sich entschließt, sie auf gewöhnlichem Weg mitgeteilt zu erhalten und sie kennenzulernen . Das ist das Gesetz, das in der geistigen Welt für alle Zeiten hindurch die universelle Brüderlichkeit begründet.“ '''GA 264/1984/S.343 ff.'''

Version vom 7. Januar 2026, 22:45 Uhr

Auf dieser Seite sind Zitate von Rudolf Steiner zu möglichen Irrtümern in der übersinnlichen Wahrnehmung zusammengetragen. Rudolf Steiner hat immer wieder betont, dass sauberes Arbeiten, moralische Reinheit und Differenzierung von Imagination, Inspiration und Intuition notwendig ist.

Die moralische Verfassung entscheidet bei dem geistigen Seher über das, was er in der geistigen Welt schauen kann.

"Wer mit schlechten Leidenschaften, mit schlechten Gefühlen und Empfindungen, namentlich aber mit Eitelkeit und Ehrsucht an die geistige Welt herantritt, der wird das, was sich ihm dann bietet, nur verzerrt und unwahr schauen. Er wird die schlechtesten Partien des Geistigen schauen, und diese werden sich ihm noch so darstellen, daß sie ihm nicht Wahrheit künden, sondern Illusionen aufbinden. Seine moralische Verfassung entscheidet bei dem geistigen Seher über das, was er in der geistigen Welt schauen kann.“ (Rudolf Steiner, GA 62, Dornach 1960, S. 144)

Gewissenlose Menschen werden in der geistigen Welt von Wesen besessen, die dann durch den Menschen sprechen.

„Nehmen wir an, ein gewissenloser Mensch würde in die geistige Welt hinaufkommen. Dann würde das eintreten, daß er sofort der Auflösung, der Verdunstung seines Bewußtseins verfallen würde. Solche gewissenlose Geistesforscher gibt es durchaus. Solche, die sich mit einer gewissen Summe von Gewissenlosigkeit zur gei­stigen Welt erheben, haben sofort das Bedürfnis, da wir dort in eine Sphäre von Wesenheiten eintreten, sich anderen geistigen Wesenheiten zu übergeben. Menschen, die gewis­senlos bis dort hinaufgelangen, wo einem das Gewissen in seiner Realität einen festen Schwerpunkt gibt, solche Men­schen, die gleichsam dort ihr Bewußtsein «verdunsten» füh­len, ergeben sich einem anderen Wesen, machen sich von einem anderen Wesen besessen, um einen Halt zu haben. Das ist eine Erfahrung, die wirklich gemacht werden kann. Daher kommt es, daß in der Tat ein solcher Mensch, wenn er wieder in das Tagesbewußtsein zurückkehrt, nicht mehr selber das verkündet, was er in der geistigen Welt erfahren hat, sondern das, was ein Wesen, von dem er sich besessen gemacht hat, durch ihn dann spricht." (Rudolf Steiner, GA 63, Dornach 1959, S. 203 f.)

„Dasjenige, was als erstes vorangehen muß der wirklichen Geistesforschung, das ist absolute Bescheidenheit, gerade intellektuelle Bescheidenheit. Ohne daß diese Bescheidenheit entwickelt wird gegenüber der ganzen übrigen Menschheit, kann man nicht weiterkommen auf geistesforscherischem Gebiet. ... .“ GA 329, Dornach 1985, S. 308 f.

„ ... in diese übersinnlichen Regionen bringt ein jeder seine Vorurteile aus der sinnlichen Welt mit, und diese beeinträchtigen, färben seine Beobachtungen in einer Weise, gegen die unsere Täuschungen in der sinnlichen Welt ganz geringfügig zu nennen sind. Das geht so weit, daß man zum Beispiel im astralen Gebiet Dinge sieht, die gar nicht dort sind, und anderes nicht was dort          ist ... .“ GA 34, Dornach 1960, S. 429

„Eigentlich kann einen nur die Sorgfalt der Schulung ... davor retten, Irrtümern zu verfallen. Man tut gut, das, was man zuerst sieht, bloß als die Hinausprojektion seines eigenen Innenlebens zu betrachten, dann hat man ein gutes Mittel gegenüber den Irrtümern auf diesem Wege. … Meistens steigen die Tatsachen aus unseren Wünschen, Eitelkeiten, aus unserem Ehrgeiz, kurz aus den Eigenschaften auf, die mit dem Egoismus des Menschen verknüpft sind. Diese Dinge projizieren sich hauptsächlich nach außen ... . ...  die Möglichkeit liegt nur in der langsamen okkulten Erziehung der Seele.“ GA 143, Dornach 1970, S. 82 f.

„Menschen, die sich nicht so innerlich stark machen, um die Kräfte, die sie abstreifen mit dem physischen Leib und Ätherleib, zu ersetzen durch wirklich hingebungsvolle Exerzitien der Seele, vor allen Dingen durch die Läuterung der Eigenschaft, die wir in der äußeren Welt als Unmoral bezeichnen, diese Menschen können zwar bis zu einem gewissen Grade Fähigkeiten erwerben, in die geistige Welt hineinzusehen. Aber was geschieht? Sie werden das, was man hypersensitiv nennen kann, sie werden überempfindlich. Sie werden, wie wenn sie von allen Seiten geistig gestochen würden, sie können nicht standhalten dem, was heranprallt von allen Seiten.“ GA 124, Dornach 1963, S. 25

„In dem Augenblick, wo irgendwie der Leib sich beteiligt an der Gewinnung solcher Erkenntnisse, wird diese Erkenntnis verfälscht, sie wird sogar verfälscht, wenn sich die Erinnerung, die nur im Leib aufbewahrt wird, daran beteiligt. Daher ist es so notwendig, daß der Geistesforscher streng betont, die Gewinnung von Erkenntnissen des Geistigen wird außerhalb des Leibes vollzogen.“ GA 67, Dornach 1962, S. 223

"Wenn dieses Hineinleben in die geistige Welt von selbst kommt, wenn es auftritt, ohne daß der Mensch etwas dazu tut, kommt der Mensch nicht in die wirkliche geistige Welt hinein, sondern nur in den Wahn irgendwelcher Vorstellungen, die nicht geistig sind, weil der Mensch sich dabei nicht aktiv, sondern passiv verhält. Er kommt zu einem Leben, das schon wiederum abhängig ist vom Leib, von irgendwelchen organischen Vorgängen im Leib, und dann ist es pathologisch, oder abhängig von bloß seelischen Vorgängen, und dann ist es eine Einbildung, eine Autosuggestion oder dergleichen. Gerade darauf beruht das wirkliche Hineindringen in den Geist, daß man gewahr wird, wie das nur erreicht werden kann durch Aktivität, durch Betätigung des eigenen innersten menschlichen Willens. Dieser ist es allein, der uns in die wirkliche geistige Welt hineinträgt."GA 67, Dornach 1962, S. 63

„Wenn man sich nun klar ist, daß es die Besonnenheit auf das eigene Selbst, auf das Ich ist, was die Sinneswahrnehmungen heraufhebt über die bloßen visionären und halluzinatorischen, traumhaften Erlebnisse, dann wird man auch verstehen, warum es von dem Geistesforscher als eine Notwendigkeit hingestellt wird, daß behufs der Erkenntnisimaginationen solche Übungen gemacht werden, die zunächst die innere Intensität des Ich-Gefühls nicht herabstimmen, sondern sie sogar erhöhen, steigern. Das Ich-Gefühl muß gesteigert werden, die Besonnenheit auf sich selbst muß kraftvoller werden. Damit wird bei Menschen, welche nicht zugleich die (anthroposophischen Schulungs-) Vorkehrungen treffen, um ein solches verstärktes Ich-Gefühl ohne moralische, ohne psychische Einbuße zu ertragen, schon etwas von seelischem – nicht pathologischem – Größenwahn erzeugt. Das ist überhaupt etwas, was man zunächst bei «Übern» zu übersinnlichen Erkenntnissen leicht bemerken kann, weil sie hinüberhuschen möchten über die nötigen Vorkehrungsmaßregeln, daß sie nicht bescheidener werden, sondern wirklich in eine Art Größenwahn verfallen. Ein solcher Größenwahn wütet vielfach unter denen, die sich nun aus diesen oder jenen Untergründen heraus zur Anthroposophie bekennen.“ GA 78, Dornach 1986, S. 90 f.

„Das «Reif-Empfinden» der Erkenntnisse ist etwas Wesentliches im Erforschen der geistigen Welt. ... Das Bewußtsein ist (heute – D. K.) noch nicht weit genug, den geistigen Inhalt der Anschauung zu erfassen. Die Seele in ihren geistigen Tiefen muß mit diesem Inhalt in der geistigen Welt ungestört durch das Bewußtsein zusammensein. In der äußeren Naturwissenschaft behauptet man eine Erkenntnis nicht früher, als bis man alle nötigen Experimente und Sinnesbeobachtungen abgeschlossen hat, und bis die in Betracht kommenden Rechnungen einwandfrei sind. – In der Geisteswissenschaft ist keineswegs weniger methodische Gewissenhaftigkeit und Erkenntnis-Disziplin notwendig. Man geht nur etwas andere Wege. Man muß das Bewußtsein in seinem Verhältnis zu der erkennenden Wahrheit prüfen. Man muß in Geduld, Ausdauer und innerer Gewissenhaftigkeit «warten» können, bis das Bewußtsein diese Prüfung besteht.“ GA 28, Dornach 1962, S. 457 ff.

„Denn es hat sich uns ergeben, daß wir deshalb von so verschiedenen Seiten her einen einzigen Gegenstand anfassen, weil der Mensch in seinem Erkenntnisstreben von vornherein dasjenige bergen soll, was man die wahre Erkenntnisbescheidenheit nennt. Wir wollen uns einmal über diese Erkenntnisbescheidenheit ein wenig genauer aussprechen. … Eine ungefähre Vorstellung kann man sich von einem Gegenstand machen, wenn man ihn von verschiedenen Seiten her abbildet,  … Wenn jemand nun sagen wollte, daß es in der geistigen Welt doch möglich sein müßte, sozusagen mit einem einzigen Anblick, mit einer einzigen Ansicht einen Gegenstand zu umfassen, so würde er sich sehr irren. … Denn das ist eine Erfahrung gerade des ernsten Wahrheitssuchers: Je weiter er schreitet, desto bescheidener wird er - und auch um so vorsichtiger, die auf höheren Standpunkten gewonnenen Wahrheiten gleich in die Sprache des gewöhnlichen Lebens herein zu übersetzen. … Was erschaut wird auf geistigen Höhen, so verständlich zu machen, daß der gesunde Wahrheitssinn und auch die gesunde Logik ja dazu sagen können und es einsehen können, das bietet große Schwierigkeiten. Für eine Wahrheit reif sein, um sie von sich selbst aus zu behaupten, dazu gehört eine ganz bestimmte Vorbereitung, die darinnen bestehen muß, ganz uninteressiert für die betreffende Wahrheit zu sein. … Da hüte er sich davor, in dem Buche seines persönlichen Lebens nachzuforschen; … Alles, was sich nicht auf die eigene Person bezieht, und nur das, von dem man sicher sein kann, daß es sich nicht auf die eigene Person bezieht, ist so in den geistigen Welten zu erforschen, daß in den Ergebnissen objektive Gültigkeit liegt. Es geht gar nicht, objektiv Gültiges auszusprechen, wo man persönlich interessiert ist. … Und es herrscht diese Vorsicht dann eigentlich vollauf, wenn man solchen eigenen Erlebnissen keinen anderen Wert beimißt als einen Erkenntniswert, als einen Aufklärungswert, wenn man sich nicht in seinem persönlichen Leben nach ihnen richtet, sondern sich von ihnen nur aufklären läßt. Wenn man schon mit diesem Gefühl herangeht: Du willst nur aufgeklärt sein! – dann ist es gut … . GA 124, 24. 10. 1910

Zur Erkenntnisbescheidenheit gerne noch eine Perspektive mit dieser Aussage: "So bald man in die geistige Welt eintritt, sich in ihr erfühlt und erlebt, schaut man eigentlich nicht die Wesen an, sie schauen einen an, und man nimmt sie so wahr, daß man ihre geistigen Sinne und ihre geisti gen Kräfte auf der eigenen Seele wie ruhend fühlt, wie in die eigene Seele hineinleuchtend und hineintönend fühlt. Und man müßte eigent lich der geistigen Welt gegenüber sagen: Nicht ich schaue an, nicht ich nehme wahr, sondern ich weiß, daß ich angeschaut werde, ich weiß, daß ich wahrgenommen werde. - Fühlen Sie diese ganze Ver änderung, die im inneren Erleben vorgeht, wenn, statt daß das Wort einen Sinn hat wie in der physischen Welt: Ich nehme eine Sache wahr, - das andere Wort einen Sinn bekommt: Ich selbst, versetzt in die geistige Welt, werde von allen Seiten wahrgenommen; das ist jetzt mein Leben. Das Ich weiß von diesem Wahrgenommen-werden, von diesem Hingenommen-werden von den Erlebnissen, welche die an deren Wesen mit mir haben. - Wenn diese Veränderung eintritt, dann verspüren Sie, was das für die menschliche Seele bedeutet in dem ganzen Verhältnis zur Umwelt." GA 261, S. 38 (So erlebe ich auch den häufig gebrauchten Satz „wir laden Verstorbene/Geistige Wesen ein“ mißstimmig, Wirklichkeitsgemäß müssten wir sagen: „Jetzt lassen wir uns nun wieder einmal auf die Einladung der Verstorbenen/Geistigen Wesen ein.“)

"Wenn ein Mensch wirklich ernsthaft diesen okkulten Pfad geht, so gelangt er dazu, daß sich die ganze physische Welt, die um ihn herum ist, verdunkelt. An Stelle dieser physischen Welt tritt eine Welt auf- und abwogender Bilder auf, auf- und abwogender Eindrücke tonartiger, geruchsartiger, geschmacksartiger, lichtartiger Natur. Das dringt und wirbelt in unseren okkulten Gesichtskreis herein, und wir machen die Erfahrungen, die wir nennen können die Erfahrungen der imaginativen Visionen, die uns von allen Seiten dann umgeben, die unsere Welt sind, in der wir mit unserer Seele leben und weben. ... Und hier stehen wir an dem Punkte, wo die Gefahr beginnt. Unermeßlich ist das Reich des visionären Lebens, solange wir uns nicht von der Imagination, die uns eine visionäre Welt vorzaubert, erheben zu der Inspiration. Diese erst sagt uns: Nach diesem einen Bilde mußt du dich hinwenden, dahin mußt du deinen okkulten Blick richten, dann wirst du eine Wahrheit erleben, und unzählige andere Bilder, die rings um dieses herum sind, müssen verschwinden in ein wesenloses Nichts. ... Wir erfahren dann, daß, wenn die Menschen zu dem Standpunkte der Inspiration sich erheben, bei allen die Aussagen gleich sind. Da gibt es keine Verschiedenheiten mehr, nichts, was für den einen sich anders darstellt als für den anderen. Da sind die Erfahrungen bei allen, die die gleiche Entwickelungsstufe erreicht haben, tatsächlich gleich." GA 155, 24.05.1912 Kopenhagen

"Wenn man einen übersinnlichen Vorgang beobachten will und mit einem unrichtigen Urteile an ihn herantritt, so trägt man dieses unrichtige Urteil in ihn hinein; und es wird dieses mit der Tatsache so verwoben, daß es von ihr nicht sogleich zu unterscheiden ist Der Irrtum ist dann nicht in dem Menschen und die richtige Tatsache außer demselben, sondern der Irrtum ist selbst zum Bestandteil der äußeren Tatsache gemacht. Er kann deshalb auch nicht einfach durch eine unbefangene Beobachtung der Tatsache berichtigt werden. Es ist damit auf dasjenige hingewiesen, was eine überreich fließende Quelle von Täuschung und Phantastik für denjenigen sein kann, welcher ohne die richtige Vorbereitung an die übersinnliche Welt herantritt. ... Er kann ausschalten, was von ihm selbst kommt, wenn er erst das Bild des eigenen Doppelgängers erkannt hat; und er wird ausschalten können, was in der angegebenen Richtung eine zweite Täuschungsquelle ist, wenn er sich die Fähigkeit erwirbt, an der Beschaffenheit einer Tatsache der übersinnlichen Welt zu erkennen, ob sie Wirklichkeit oder Täuschung ist. Wenn die Täuschungen genau so aussehen würden wie die Wirklichkeiten, dann wäre eine Unterscheidung nicht möglich. So ist es aber nicht. Täuschungen der übersinnlichen Welten haben an sich seihst Eigenschaften, durch welche sie sich von den Wirklichkeiten unterscheiden. Und es kommt darauf an, daß der Geistesschüler weiß, an welchen Eigenschaften er die Wirklichkeiten erkennen kann. ... Die Schulung macht ihn so vorsichtig wie möglich. Dazu kommt, daß jede wahre Schulung zunächst zu Begriffen über die großen Weltereignisse, also zu Dingen fuhrt, welche ein Anspannen der Urteilskraft notwendig machen, wodurch diese aber zugleich verfeinert und geschärft wird. ... Das Wichtigste liegt in den Übungen selbst, welche bei einer regelrechten Geistesschulung verwendet werden. Diese müssen nämlich so eingerichtet sein, daß das Bewußtsein des Geistesschülers während der inneren Versenkung genau alles überschaut, was in der Seele vorgeht. ...                                                                                                                    Zuerst wird für die Herbeiführung der Imagination ein Sinnbild geformt In diesem sind noch Vorstellungen von äußeren Wahrnehmungen. ... Aber der Geistesschüler entfernt diesen Inhalt aus seinem Bewußtsein, wenn er zu den Übungen für die Inspiration aufsteigt Da versenkt er sich nur noch in seine eigene Seelentätigkeit, welche das Sinnbild gestaltet hat. Auch da ist noch Irrtum möglich. ... Er kann nicht alles über ihren Ursprung wissen. Nun aber entfernt der Geistesschüler auch noch diese eigene Seelentätigkeit aus dem Bewußtsein. Wenn nun etwas bleibt, so haftet an diesem nichts, was nicht zu überschauen ist. In dieses kann sich nichts einmischen, was nicht in Bezug auf seinen ganzen Inhalt zu beurteilen ist. In seiner Intuition hat also der Geistesschüler etwas, was ihm zeigt, wie eine ganz klare Wirklichkeit der geistig-seelischen Welt beschaffen ist. Wenn er nun die also erkannten Kennzeichen der geistig-seelischen Wirklichkeit auf alles anwendet, was an seine Beobachtung herantritt, dann kann er Schein von Wirklichkeit unterscheiden. Und er kann sicher sein, daß er bei Anwendung dieses Gesetzes vor der Täuschung in der übersinnlichen Welt ebenso bewahrt bleiben wird, wie es ihm in der physisch-sinnlichen Welt nicht geschehen kann, ein vorgestelltes heißes Eisenstück für ein solches zu halten, das wirklich brennt.“ GA 13, Kapitel: Die Erkenntnis der höheren Welten

Dabei ist auch zu bedenken: „Man kann das übersinnliche Beobachtungsorgan des elementarischen Leibes so ausgebildet haben, daß man diese oder jene Tatsache erleben kann; soll eine andere geschaut werden, so muß das Organ für diese erst wieder besonders ausgebildet werden.“ GA 16, Kapitel: FÜNFTE MEDITATION, Der Meditierende versucht eine Vorstellung des «astraliscben Leibes» zu bilden

Grundlegend ist zuletzt erfahrungsgemäß für alle Genauigkeit ja immer auch die - Rudolf Steiner zufolge - unabdingbare Notwendigkeit auf sauberen Forscungen von anderen aufzubauen, insbesondere sicher gerade auch die von Rudolf Steiner selbst: „... es gibt in der geistigen Welt ein ganz bestimmtes Gesetz, dessen ganze Bedeutung wir uns durch ein Beispiel klarmachen wollen. Nehmen Sie einmal an, in irgendeinem Jahr hätte ein beliebiger, regelrecht geschulter Hellseher dies oder jenes in der geistigen Welt wahrgenommen. Nun stellen Sie sich vor, dass zehn oder zwanzig Jahre später ein anderer ebenso geschulter Hellseher dieselbe Sache wahrnehmen würde, auch dann, wenn er von den Resultaten des ersten Hellsehers gar nichts erfahren hätte. Wenn Sie das glauben würden, wären Sie in einem großen Irrtum, denn in Wahrheit kann eine Tatsache der geistigen Welt, die einmal von einem Hellseher oder einer okkulten Schule gefunden worden ist, nicht zum zweiten Mal erforscht werden, wenn der, welcher sie erforschen will, nicht zuerst die Mitteilung erhalten hat, dass sie bereits erforscht ist. Wenn also ein Hellseher im Jahre 1900 eine Tatsache erforscht hat, und ein anderer im Jahre 1950 so weit ist, um dieselbe wahrnehmen zu können, so kann er das erst, wenn er zuvor gelernt und erfahren hat, dass einer sie schon gefunden und erforscht hat. Es können also selbst schon bekannte Tatsachen in der geistigen Welt nur geschaut werden, wenn man sich entschließt, sie auf gewöhnlichem Weg mitgeteilt zu erhalten und sie kennenzulernen . Das ist das Gesetz, das in der geistigen Welt für alle Zeiten hindurch die universelle Brüderlichkeit begründet.“ GA 264/1984/S.343 ff.