Anthroposophische Heilmittel
Anthroposophische Heilmittel - von Michaela Glöckler
Auszüge aus Büchern und Vorträgen von Michaela Glöckler; Erstveröffentlichung auf https://www.anthroposophie-lebensnah.de/home/
SUBSTANZ-ERKENNTNIS ALS GRUNDLAGE FÜR HEILMITTEL-ERKENNTNIS
Was meint Rudolf Steiner mit der Weltenaufgabe der Substanzen?
Inwiefern muss der Organismus als Tätigkeitszusammenhang begriffen werden?
Die Weltenaufgabe der Substanzen
1. Beispiel: Aufgabe der Ameisensäure
2. Beispiel: Aufgabe der Oxalsäure
- bei der Ameisensäure um die einfachste Monocarbonsäure (Formica, HCOOH, ihre Salze heißen Formiate)
- und bei der Oxal- bzw. Kleesäure um die einfachste Dicarbonsäure (Acidum oxalicum, HOOC-CO-CH2-COOH, ihre Salze heißen Oxalate).
Notwendige Verwandlung von Oxalsäure in Ameisensäure
- in der Ameisensäure die Schlüsselsubstanz im Stoffwechsel des tierischen Organismus
- und in der Oxalsäure die Schlüsselsubstanz im pflanzlichen Zell-Metabolismus.
Organismus als Tätigkeitszusammenhang begriffen
[1] Rudolf Steiner, Ita Wegman, Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst, Ga 27, Kap. XVII.
[6] Vgl. Wolff (2013), 85, 263–269.
[7] Vgl. Rudolf Steiner, Mysteriengestaltungen, GA 232, 13. Vortrag.
[13] Vgl. Sadava u. a. (2019), 265–271.
ANTHROPOSOPHISCHE HEILMITTEL-ERKENNTNIS AM BEISPIEL VON ANTIMON
Welcher Blickwinkel ist grundlegend im Hinblick auf die anthroposophische Heilmittel-Erkenntnis?
Inwiefern weist Antimon Ähnlichkeiten mit dem Ätherischen auf?
Wie wird es, auch in Kombination mit Schwefel, therapeutisch eingesetzt?
Wirksamkeit von Substanzen im Kontext irdisch-menschlicher Kraftsysteme
Antimon, Schwefel und die Austernschalenbildung
· Antimon
· Schwefel
· Austernschale
Hinweise auf die Verwandtschaft von Antimon mit dem Ätherischen
1. Zusammenwirken von Zentral- und Universalkräften
2. Feinfaserigkeit durch Seigern
3. Niedriger Schmelzpunkt
Vor diesem Hintergrund heißt es in dem oben erwähnten Werk:
Zwei Indikationen als Beispiele für den Einsatz von Antimon
- Blutgerinnungsstörungen
- und Typhus abdominalis/Parathyphus, eine gefährliche bakterielle Infektionskrankheit des Magen-Darmtraktes.
Arzneimittelbild der Austernschale und Typhus
Heilung der konstitutionellen Dysfunktionalität
[1] Rudolf Steiner, Ita Wegman, Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst, GA 27,
[3] Vgl. Marxer (2000), siehe www.pharmazeutische-zeitung.de/titel-10- 2000; [6.1.2025].
[4] Vgl. Holleman und Wiberg (2017), 940.
[5] Vgl. Wimmenauer (1992), 223.
[8] Vgl. Holleman und Wiberg (2017), 942.
[12] Rudolf Steiner, Ita Wegman, „Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst“, GA 27.
ARZNEIMITTEL-SUBSTANZGRUPPEN UND WESENSGLIEDER
Auf welchen Ebenen und worüber ist der Mensch mit der Natur innig verbunden?
Welche Naturanteile machen seine Konstitution aus?
Wesensglieder und ihre Einbettung in die Natur
· Physischer Leib und Natur
· Ätherleib und Natur
· Astralleib und Natur
· Rein menschliche Ich-Organisation
Arzneimittelwirkung auf die Wesensglieder
- Menschliche Substanz wie Muttermilch und in Form einer Blutspende stützt und erhält den physischen Leib.
- Präparate aus dem Tierreich regen den Ätherleib zu verstärkter Tätigkeit an,
- pflanzliche Arzneimittel wirken regulierend auf den Astralleib
- und Metalle und Mineralien auf die Ich-Organisation.
Potenzierungsstufen und Wesensglieder
- D1 – D4: Anregung des physischen Organismus und seines Kräftezusammenhangs
- D5 – D8: Anregung des ätherischen Organismus und seines Kräftezusammenhangs
- D10 – D15: Anregung des astralischen Organismus und seines Kräftezusammenhangs
- D20 – D60: Anregung der Ich-Organisation und ihres Kräftezusammenhangs
In Bezug auf die Dreigliederung des menschlichen Organismus gilt:
- D1 – D6: Anregung des Stoffwechsel-Systems
- D6 – D18: Anregung des rhythmischen Systems
- D18 – D30: Anregung des Nerven-Sinnessystems
Vgl. Artikel in der Deutschen Apothekerzeitung DAZ Nr. 39, 2015
ARZNEIMITTEL AUS DER NATUR UND WESENSGLIEDER
Welche Qualitäten zeichnen die Muttermilch aus?
Inwiefern sind Schwangerschaft und Stillzeit Naturvorbilder auch für zukünftige Entwicklungsstadien?
Korrelation von Arzneimitteln und Wesensgliedern
Was Muttermilch vermag
- die Muttermilch ist nach dem aktuellen Bedürfnis des Säuglings zusammengesetzt und variiert so auch von Tag zu Tag;
- Stillen fördert die Rückbildung der Gebärmutter;
- gestillte Kinder haben weniger Infekte und überstehen sie leichter, weil die Muttermilch wichtige Abwehrstoffe der Mutter enthält;
- ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten kann das Kind vor Allergien und Asthma schützen;
- Wachstum und Beweglichkeit von Magen und Darm werden unmittelbar angeregt;
- die Zusammensetzung der Muttermilch mit Bezug auf Kohlenhydrate, Fette, Eiweißgehalt und Mineralstoffe ist zugleich ein ‚Naturvorbild‘ für eine gesunde Ernährung;
- die Immuntoleranz, d.h. die Selbstregulation des Immunsystems entwickelt sich bei gestillten Säuglingen nachhaltig besser.
- Durch Stillen wird das Risiko des plötzlichen Kindstodes um ca. die Hälfte gesenkt und vieles mehr.[2]
Abnabelungsstadien und physisch-seelisch-geistige Muttermilch
Die seelisch-astralische Abnabelung findet im 2. Jahrsiebt statt und kulminiert mit der Pubertät.
[2] Vgl. Soldner und Stellmann (2018), 220–238; Glöckler u. a. (2024b), 372–392.
WIRKSAMKEIT EINES HEILMITTELS VERMITTELN
Wie vermittelt der Arzt seinem Patienten, welches Heilmittel er braucht?
Was ist dabei zu beachten, worauf kommt es an?
Wirksamkeit der Gedanken und Gefühle miteinbeziehen
Der Ätherleib als Träger der zeitlichen und „ewigen“ Lebenskräfte entfaltet diese Doppelwirksamkeit:
- Ihm verdankt unser Körper einerseits Leben, Regeneration, Wachstum und die individuelle Lebenszeit
- Andererseits verdankt der Mensch ihm sein Gedankenleben, je älter er wird, umso mehr, das sich aus all den ätherischen Kräften speist, die der Körper nicht mehr „verkörpert“ halten kann (und muss) und die er damit in die „außerkörperliche Wirksamkeit“ entlässt. Die Gedanken können über den Tod des Menschen hinaus weiterleben und ihn tragen.
Denken vermindert Heilkraft, positive Gefühle verstärken sie
Vgl. Arbeitsgruppe zum Arztberuf und zur Anthroposophischen Medizin, Sommerakademie Witten 2010
