Geomantie - Interview 2005

Aus Geistesforschung
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Dieses Interview mit Hans-Joachim Aderhold führte Andreas Krohberger für die vier Tageszeitungen Schorndorfer Nachrichten, Waiblinger Kreiszeitung, Winnender Zeitung und Welzheimer Zeitung am 26.10.2005:

Obwohl das Wort „Geomantie“ schon von den alten griechischen Philosophen verwendet wurde, kann die moderne Geomantie auf keine ungebrochene Tradition zurückblicken. Eher ist sie eine Neuschöpfung im Projektstadium mit unscharfen Rändern und unterschiedlichen Methoden. Im Wesentlichen stellt sie die Frage nach der Beziehung des Menschen zur Erde und zur Welt jenseits der Dinge. Sie deutet Erde und Landschaft mit ihren sichtbaren wie unsichtbaren Strukturen, Formen und Mustern in ihrem Bezug auf Kosmos und Mensch. Heilung ist für die Geomantie, den Menschen in Harmonie mit Erde und Kosmos zu bringen. Wir sprachen darüber mit Hans-Joachim Aderhold, der in Winterbach mit einer Geomantiegruppe seit sieben Jahren Seminare, Vorträge, Geländearbeit und Gesprächsabende zum Thema durchführt.

Frage:  Herr Aderhold, die Alten wussten noch, dass eine Kuh an einem gestörten Platz weniger Milch gibt oder dass sich Bakterienkulturen auf dem Käse in bestimmten Häusern nicht weiterentwickeln. Bauern ließen vor dem Hausbau Rutengänger kommen, um den Verlauf von Wasseradern festzustellen und Kranke wallfahrteten zu Orten, die sie als Orte der Heilung erlebten. Hat sich die moderne Gesellschaft von diesem alten Wissen verabschiedet und ist sie deshalb für Krankheiten eher empfänglich, zur Heilung weniger in der Lage?

Hans-Joachim Aderhold:  Es kommt auf die Betrachtungsebene an. Auch Krankheit kann als ein Prozess eines Heilwerdens erlebt werden. Bei allem Respekt vor Überlieferungen: Ich denke, es trägt heute nicht mehr, Wissen zu hüten. Da bewegt man sich zu leicht auf der Glaubensebene. Wichtiger ist es, zu eigenen Wahrnehmungen des Unsichtbaren zu kommen.

Frage:  Wie kann man sich das praktisch vorstellen?

Hans-Joachim Aderhold:  Abgesehen von Hilfsmitteln wie Rute und Pendel wird in der modernen Geomantie der Mensch selber zum Wahrnehmungsorgan. Dazu ist es erforderlich, das Denken zur Konzentration ohne Denkinhalt zu entwickeln und die fünf groben Sinne Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen vorübergehend auszuschalten. Was ich dann auf der sogenannten Alphaebene zum Beispiel an einem Ort wahrnehme, muss ich anschließend mit Hilfe wieder meines Denkens einordnen und mitteilen lernen. Der Austausch mit Gleichgesinnten ist dabei eine wesentliche Hilfe.

Frage:  Was kann man mit dieser Methode wahrnehmen?

Hans-Joachim Aderhold:  Bezogen auf Landschaften und Siedlungsbereiche gibt es feinsinnliche Wahrnehmungen sowohl auf der physischen wie auch auf der seelischen und geistigen Ebene. Auf der physischen Ebene sind beispielsweise wie bei Mensch und Tier Systeme, Meridiane und Fokus- bzw. Akupunkturpunkte zu finden. Auf der seelischen Ebene sind Ereignisse und Gefühle eingeprägt. Auf der geistigen Ebene gibt es zum Beispiel Kräfte der Ganzheit (Geburt), der Lebensfülle und der Wandlung (Tod/Auferstehung). Es sind auch die Elementarwesen und verschiedene Zeitebenen an einem Ort zugänglich. Seit einigen Jahren befindet sich die Erde in einem tiefgreifenden energetischen Wandlungsprozess. Bei den Menschen wirkt sich das so aus, dass sie dünnhäutiger werden, dass alte Schutzmechanismen versagen. Auch diese Prozesse können beobachtet und begleitet werden.

Frage:  Kann man an den Veranstaltungen der Geomantiegruppe als Gast teilnehmen? Gibt es Einführungsliteratur?

Hans-Joachim Aderhold:  Ja, Gäste sind auch ohne Vorkenntnisse herzlich willkommen. Die im Raum Remstal-Schurwald-Berglen tätige Geomantiegruppe Engelberg trägt diesen Namen, weil sich das erste Seminar 1999 mit dem Engelberg als einem alten Kultplatz beschäftigte. Das Programm kann bei mir angefordert werden per Post: Esslinger Str. 23/1, 73650 Winterbach oder per Mail: hjaderhold@web.de. Zur Einführung empfehle ich die Bücher von Marko Pogacnik und die Zeitschrift “Hagia Chora” aus dem Verlag Human Touch, Am See 1, 17440 Klein Jasedow.

Frage:  Für die Geomantie ist Heilung ein umfassender Prozess. Bedeutet das, dass wir Gesundheit nicht separat verstehen dürfen, sondern als Resultat eines komplexen Geflechtes von Verbindungen?

Hans-Joachim Aderhold:  Ja. Wenn wir zum Beispiel an einem Ort Belastungen vorfinden, werden wir versuchen, diese durch eine Gruppenarbeit zu harmonisieren. Dazu stehen uns verschiedene Techniken und Hilfen zur Verfügung. Ihnen gemeinsam ist das Resonanzprinzip. Konkret heisst das, dass wir einen Heilungsprozess vermitteln können, soweit wir diesen Prozess in uns selbst zulassen und vollziehen. Das macht uns selbst auch “heiler”. 

Frage:  Gibt es auch Orte, die der Heilung in besonderem Maße dienen und gibt es solche Orte auch hier bei uns?

Hans-Joachim Aderhold:  Heilsam auf den Menschen wirken Orte, deren Kraft er persönlich besonders bedarf. Insoweit hat diese Frage auch individuellen und zeitbedingten Charakter. Darüberhinaus gibt es Kraftplätze mit besonders starken Energien. In der christlichen Kultur wurden solche oft durch sakrale Bauwerke markiert und auch genutzt. Solche Plätze haben wir im näheren Umkreis bisher noch kaum erforscht.

Frage:  Besondere Orte sind in der Natur auch Quellen. Hat das Wasser unterschiedliche energetische Strukturen und gibt es daher auch heilendes Wasser? Schließlich kommt das Wort „Jungbrunnen“ ja nicht von ungefähr.

Hans Joachim Aderhold:  Geomantisch nimmt man die Wesenhaftigkeit der Elemente wahr. Die Wasserwesen sind sehr sensibel. Heilquellen sind daher kostbare und empfindliche, oft schon sehr alte Geschenke der Natur. In Winterbach beispielsweise ist die Schwefelquelle im 19. Jahrhundert versiegt. Besonders heilkräftig sind die sogenannten Lichtwässer, mit denen sich Dr. Enza Maria Ciccolo langjährig und intensiv beschäftigt hat. 

Frage:  Auch Bäume spielen eine große Rolle in unserer Kultur und die Geomantie ist in der Lage, „Bäume der Kraft“ zu definieren wie beispielsweise die über tausendjährigen Eichen von Ivenack in Mecklenburg-Vorpommern. Was sind das für Bäume? Gibt es solche Bäume auch bei uns und können wir ihre Kraft nutzen?

Hans-Joachim Aderhold:  Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn ein Baum ein hohes Alter erreicht und seinem Faun einen grossen Erfahrungsschatz hinzufügt. Der Faun ist die Intelligenz des Baumes und manchmal noch viel älter als sein jetziger physischer Baum. Manche Bäume haben als Hüterbäume besondere Aufgaben im Gefüge der Natur, so zum Beispiel die Kastanie am Gleisdorfer Platz in Winterbach für die ganze Markung. Andere beeindrucken mehr durch ihre Erscheinung wie die mächtige Eiche im Winnender Schlossgarten. Wir sollten uns an ihnen erfreuen und können respekt- und liebevoll Kontakt mit ihnen aufnehmen, ohne sie nur benutzen zu wollen.